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Radiographie, XR, Röntgenuntersuchung

Verwendetes Spektrum 10 nm (weiche Röntgenstrahlung) bis ca. 5 pm (harte Röntgenstrahlung)

Mit der Radiographie, also der Röntgenaufnahme, kann ein Kunstwerk „durchleuchtet“ werden. Da beim Kunst- und Malmaterial unterschiedliche Dichten bzw. Absorptionen von Röntgenstrahlen vorliegen, werden Informationen über die technische Konstruktion, malerische Veränderungen in der Komposition (auch Pentimenti, Reuezüge), Übermalungen, spätere Bearbeitungen und Schäden sichtbar gemacht.

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Aus Privatbesitz, unbekannter Maler, „Vera Icon“, Anfang 20. Jh., Kopie nach einem Nachfolger von Jan van Eyck (1390-1441), Ölfarbe auf Schichtholztafel (Foto: Dr. Pracher)

Dichtere Materialien erscheinen auf dem Röntgenbild heller. Holz, Nägel/Schrauben, Hohlräume aber auch Malschichten zeichnen sich als Struktur ab. Das wichtigste Weißpigment der Malerei bis zum Anfang des 20. Jhs. war Bleiweiß. Bleiweiß, Blei-Mennige, Zinnober,  Neapelgelb und Chromgelb haben eine hohe Röntgenabsorption. Sie erscheinen auf den Röntgenbildern somit als helle Struktur.

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Digitale Radiographie. Erkennbar sind die Fugen und die Holzmaserung der Tafel. Bereiche der Malschicht, die mit Bleiweiß ausgemischt wurden, sind als helle Struktur sichtbar. Weiße und graue Punkte sind Ausbrüche der Malschicht, die mit Kittmaterial aus Kreide und Bleiweiß geschlossen und dann retuschiert wurden. (Quelle: Dr. Pracher/Dr. Thevis)

Der Einsatz und die Verwendung von Farben sind bei jedem Künstler charakteristisch. Durch Vergleich mit anderen untersuchten Werken kann Rückschluss auf den Künstler und somit auch auf die Echtheit gezogen werden.

Siehe auch: Röntgen – 125 Jahre Neue Einsichten! Beitrag zur Ausstellung: „Multispektrale Bildgebung – Strahlendiagnostische Methoden zu Untersuchung von Kunstwerken“